Allgemein Würdest du für Bloginhalte bezahlen?

Würdest du für Bloginhalte bezahlen?

24. Mai 2014 | Allgemein | 5 Kommentare

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Sind die Leser von Blogs bereit für ausgewählte Beiträge und Tutorials zu bezahlen (Stichwort: Paid Content)? Und welche Vorteile würden dadurch für beide Seiten entstehen? Das ist das heutige Thema meines Beitrages, womit ich gleichzeitig an der Blogparade „Würdest du für Webinhalte Geld bezahlen?“ von Robert Weller teilnehme.

Interessant ist diese Frage für viele Blogger schon seit geraumer Zeit. Die meisten Blogger produzieren im Normalfall eine Menge hochwertigen Content und wenden dafür auch viel Zeit und Herzblut auf. Jeder muss von Etwas leben und daher ist es nahe liegend, das ein Blogger für seine Arbeit entlohnt werden möchte. Inhalte die anderen Internetnutzern wirklichen Mehrwert bringen, benötigen viel Zeit für Recherche, Ausarbeitung und Aufbereitung des Artikels. Warum sollte ein Blogger dafür nicht Geld verlangen?

Im Bereich von Printmedien ist das ja nicht anderes, nur das hier der Kunde die Zeitung oder Zeitschrift im Laden gegen Geld erwirbt und damit etwas in der Hand hält. Hier finanzieren sich die Redakteure über den Verkauf des Druckerzeugnisses. Niemand von denen arbeitet einen ganzen Monat, um am Monatsende in einen leeren Kühlschrank zu blicken. In Deutschland scheint die Meinung noch sehr verbreitet zu sein, das man nur für etwas Geld ausgibt, das man auch physikalisch in die Hand nehmen kann.

Der Vergleich zu Zeitungen, die man kostenlos ins Haus bekommt, hinkt. Das sind meist Anzeigeblätter, die sich ausschließlich über Werbung finanzieren. Da werden so einige sagen, Werbung gibt es doch in einem Blog auch. Ja, das ist richtig. Nur mit dem Unterschied, das diese Anzeigenblätter flächendeckend verteilt und vor allem unaufgefordert in den Briefkasten geschmissen werden. Und die Werbung wird auch nicht erst vergütet, wenn man mit dem Finger daraufzeigt.

Vorteile von Paid Content für den Blogbetreiber

Welche Vorteile hat denn nun der Blogger an dem bezahlten Content. Na klar, in erster Linie verdient er darüber natürlich Geld. Aber es gibt aus meiner Sicht auch einige andere Vorteile.

Für den Blogger wird seine Arbeitszeit messbarer und lohnender, wenn er für die von Ihm geschaffenen Inhalte Geld einnimmt. Er muss sich nicht noch um andere Geldquellen kümmern und kann natürlich mehr Zeit in seine Beiträge investieren. Daraus resultieren natürlich auch detailliertere Informationen, die auch mehr Zeit für die Recherche benötigen.

Es gibt ja derzeit schon den einen oder anderen Blogger, der auf seiner Seite eBooks vertreibt. Im Prinzip ist das nichts anderes. Nur das man hier gleich das ganze eBook kaufen muss, um an die Informationen zu gelangen.

Vorteile von Paid Content für den Leser

Die Vorteile für den zahlenden Leser liegen auch auf der Hand. Die Inhalte sind exklusiv. Wer zahlt bekommt die Information. Blogger die Inhalte gegen Bezahlung anbieten werden mit Sicherheit auch ausführlich recherchieren, denn Sie bekommen ja auch Geld dafür. Je besser die Informationen desto mehr zufriedene Leser wird es geben.

Ich denke, das so ein Paid-Content dann auch die Bloggerlandschaft erweitert. Es wird dadurch mehr Profiblogger geben, und mehr hochwertige Inhalte. Ihr Job ist es dann wirklich gute Informationen zu ihrem Blog-Thema zu geben. Und vor allem noch detaillierter zu einzelnen Teilgebieten.

In Zeitschriften sind die Themen teilweise zu allgemein. Selbst Testberichte sind zu global. Man kann sich sehr oft nur auf die Punktevergabe verlassen.

Zum Beispiel kann man einen Artikel zum Samsung S5 schreiben und zwar spezialisiert nur auf das Thema „Galaxy S5 mit Einem Exchange Server verbinden“.

Ein weiterer Vorteil für den Leser ist, das er eben nur diesen einen Inhalt bezahlt, den man auch wirklich lesen will.  Bei einer Zeitschrift hingegen muss er das ganze Heft kaufen, obwohl er nur den einen Artikel lesen will.

Möglichkeiten der Umsetzung

Wie kann man die Zahlungen für Content technisch realisieren und vor allem wie bekommt man auch weiterhin Leser auf seine Seite. Denn was keiner kennt, kann keiner kaufen. Ein weiteres Problem ist die Zahlmetode, denn die gängigen Möglichkeiten wie PayPal sind mit Ihren Gebühren einfach zu teuer.

Auch hierzu haben sich bereits einige Start Ups Gedanken gemacht. Breits 2010 hatte ein Entwickler aus Schweden mit seinem Social Payment Service „Flattr“ eine Idee dazu. Hier können Leser auf freiwilliger Basis eine Spende hinterlassen, wenn Ihnen der Inhalt zugesagt hat.

Erst kürzlich hat sich in München ein StartUp Unternehmen namens „LaterPay“ gegründet, die sich dem Thema Bezahl Content angenommen haben. Über diesen Dienst kann der Leser Inhalte bezahlen, ohne erst irgendwo eine Shopbestellung durchführen zu müssen. Bei LaterPay bezahlst du den Content mit 2 Klicks und kannst Sie direkt nutzen. Erst wenn dein LaterPay Konto auf mehr als 5,-€ angestiegen ist, wird dir eine physikalische Zahlungsaufforderung geschickt.

Würde ich selber für Inhalte bezahlen

Auch ich würde für gute Inhalte, die mich auch weiterbringen, gerne bezahlen. Als Beispiel nenne ich hier Tutorials, durch die ich eine Menge Zeit spare. Allerdings sollte der Weg der Bezahlung einfach sein. Ich möchte ja nicht auf jeder einzelnen Webseite ein Account anlegen oder jedes mal meine kompletten Personalien für die Zahlung angeben. Als weiteres Kriterium kommt es natürlich auch auf den Preis an.

Ich habe mich bereits vor ein paar Jahren dabei erwischt, wie ich mir Testberichte eine speziellen Kamera-Stativs als PDF gekauft habe. Dabei handelte es sich um ein Schwebestativ und der Preis von 1,50 € für den Bericht war für mich vorab angemessen. Allerdings stand da auch der Preis des Stativs mit mehreren hundert EUR entgegen.

Bezahlen würde ich nicht für Informationen, die bereits hinreichend bekannt sind oder bereits zum Allgemeinwissen zählen. Es sollten schon exklusive Inhalte sein.

Die Preise für Blog Content sollten sich hier bei unter 50 Cent anfangen. Ich könnte mir vorstellen, das man je nach Aufwand schon mit 5 bis 10 Cent klar kommt. Als Beispiel: Wenn 100 Leser den Beitrag lesen, währen das 10,- € Einnahme. Dabei muss man auch bedenken, das der Beitrag auch nach längerer Zeit immer wieder zahlende Leser bringt.

Fazit

Ich denke die Zeit ist reif dafür, ausgewählte Inhalte gegen Bezahlung anzubieten. Fachwissen ist teuer und warum sollte man das nicht auch gegen einen keinen Obulus weitergeben. Ich denke, das hier natürlich auch der Preis und vor allem eine einfache Zahlmethode ausschlaggebend sind.

Ich bin gespannt, was sich hier in Zukunft noch alles so tut. Wie stehst du zu dem Thema „Für Inhalte von Webseiten zu bezahlen“? Schrei einfach einen Kommentar hier unter den Beitrag.

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Hier schreibt: Thomas

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Ich heiße Thomas und bin Inhaber einer Agentur für eCommerce und Online Marketing. Zusätzlich interessiere ich mich für CMS Systeme, Wordpress, Drupal, Grafik und Multimedia. Ihr findet mich auf Twitter und Facebook. Über einen Kommentar zu diesem Beitrag würde ich mich freuen.

5 Kommentare

  1. Robert Weller

    Hi Thomas, schön, wie du deine Gedanken hier zusammenfasst. Dein Beispiel zur Einnahmenrechnung ist ein guter Ansatz um zu verdeutlichen, wie wenig wir als Leser eigentlich bezahlen müssen, um einen Blogger durch unser Kollektiv zu unterstützen. Wie viel Blogs lesen wir denn am Tag, oder in der Woche? 5-10€ im Monat tun nicht weh, bedeuten im Umkehrschluss jedoch 100 Artikel, die wir lesen und bezahlen könnten. Das sind mehr als 3 pro Tag. Jetzt mal Hand aufs Herz, LESEN wir wirklich drei volle Artikel pro Tag? 😉

    Merci für den schönen Beitrag!

    Antworten
    • Thomas Oelsner

      Das stimmt schon. Aber ca. 1 Beitrag pro Tag lese ich schon im Schnitt. Baer man muss schon fairer Weise sagen, das das Leseverhalten heutzutage eher ein Querlesen darstellt. Im Gegensatz zum Druckerzeugnis, wird man ja auch sehr oft auf andere Seiten verlinkt und liesst dort erst einmal quer, bevor man zurückkommt.

  2. Renate Blaes

    Ich denke, wirklich geldwerte Informationen sollten Blogger sich schon bezahlen lassen. Schließlich investieren sie viel Zeit in ihre Blogbeiträge. Aber dagegen steht grundsätzlich die „Geiz ist geil-Mentalität“, und die Vorstellung vieler Zeitgenossen, im Internet sei sowieso alles umsonst.

    Danke für deinen Beitrag, er ist lesens- und nachdenkenswert!

    Antworten
    • Thomas Oelsner

      Ja, das ist richtig. zumal auch richtige SEO Firmen Ihr Wissen garnicht weitergeben, sondern nur gegen Bares direkt beim Kunden anwenden. Diese Auffassung ist besonders in Deutschland verbreitet.

    • Peter

      Was sind „wirklich geldwerte Informationen“, bzw. wer bewertet, was „geldwert“ ist? Das die Blogger „viel Zeit“ investieren, ist einerseits die eigene Entscheidung, andererseits zwingt sie niemand dazu.
      Wer damit Geld verdienen möchte/muss, kann ja einen geschützten Blog einrichten, der nur nach Bezahlung nutzbar ist.
      Alle offenen Blogs sollten weiterhin frei und kostenlos nutzbar sein.
      lg

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